Weshalb Psychologie studieren?

„Du studierst Psychologie? Dann analysierst Du mich also gerade?“

Dies ist nur einer von vielen Sätzen, die man als Psychologiestudent-in des Öfteren zu hören bekommt. Viele denken, dass Psychologie lediglich aus dem klinischen und therapeutischen Bereich besteht, in Wahrheit ist sie jedoch ausgesprochen vielfältig. Im Mittelpunkt stehen verschiedenste Inhalte des menschlichen Erlebens, Fühlens, Denkens und Handelns. Diese findet man tagtäglich in verschiedenen Bereichen wieder, zum Beispiel bei Schwierigkeiten in Beziehungen, beim Lösen von Problemen am Arbeitsplatz oder bei der Kindererziehung.

Die Psychologie gilt als ein eigenständiges wissenschaftliches Fach an der Universität. Dabei steht das empirische Vorgehen, also das Formulieren und Beantworten von Hypothesen, im Vordergrund. Mithilfe dieser empirischen Wissenschaft können spannende und hilfreiche Fragestellungen erforscht werden, welche ein breites Spektrum umfassen. Zum Beispiel Fragen wie: Wie lernen wir? Wie handeln Menschen in sozialen Kontexten und wie funktioniert das Gehirn? Zudem kann man unter anderem herausfinden, welche Behandlungsmethoden für Personen mit einer bestimmten psychischen Erkrankung, zum Beispiel Schizophrenie, am besten geeignet sind. Solche und weitere Hypothesen werden in jedem Teilgebiet der Psychologie aufgestellt und mit verschiedenen Methoden versucht zu beantworten.

Teilgebiete der Psychologie

Entwicklungspsychologie – Sie untersucht die Veränderung des Menschen von der Geburt bis zum Tod, also die Veränderungen im menschlichen Erleben und Verhalten. Dabei werden besondere Funktionsbereiche betrachtet, wie zum Beispiel die Wahrnehmung, das Gedächtnis, die Sprache, die Emotionen sowie die Sozialentwicklung.

Biologische Psychologie – Sie untersucht die biologischen und physiologischen Grundlagen und Vorgänge des Erlebens und Verhaltens, die zum Beispiel beim Entstehen einer psychischen Störung eine Rolle spielen können. Man erhält Einblick in die Grundbausteine des Nervensystems bis hin zur Physiologie und Anatomie des Gehirns.

Forschungsmethoden und Statistik – Wie in anderen Studiengängen sind auch in der Psychologie die Forschungsmethoden und die Statistik ein wichtiger Bestandteil. Dabei befasst man sich mit den Methoden, welche man für das Testen der aufgestellten Hypothese verwendet. Besonderes Gewicht wird dabei auf das psychologische Experiment gelegt. Zudem werden grundlegende Konzepte der deskriptiven und schliessenden Statistik vermittelt.   

Klinische Psychologie – Wie bereits erwähnt, befasst sich die klinische Psychologie mit psychischen Störungen. Es werden die biologischen und sozialen Grundlagen sowie Symptome und Auswirkungen von psychischen Störungen und Erkrankungen gelehrt und erforscht. Zudem beschäftigt sich die klinische Psychologie mit der Ätiologie (Ursache), Epidemiologie (Verbreitung), Prävention und Behandlung von psychischen Störungen.

Kognitionspsychologie – Die Kognitionspsychologie beschäftigt sich mit verschiedensten Funktionen der Kognition. Unter anderem mit dem Gedächtnis, der Wahrnehmung, den Emotionen, des menschlichen Sprechens und Sprachverstehens und dem Denken. Sie vermittelt einem die allgemeinen Gesetzmässigkeiten über das Verhalten und die Kognitionen des Menschen.

Sozialpsychologie – Sie erforscht das Verhalten der Menschen in verschiedenen sozialen Kontexten, Interaktionen und Beziehungen. Sei beschreibt dies zwischen Individuen oder in Gruppenkonstellationen. Dabei spielen verschiedene Themen, wie zum Beispiel das Selbstkonzept, Vorurteile, Gruppenprozesse und soziale Einflüsse, eine wichtige Rolle.

Wie Du siehst, ist die Psychologie sehr facettenreich. Diese Vielseitigkeit überträgt sich auch in den Beruf – Psycholog-innen kommen in den unterschiedlichsten Branchen zum Einsatz. Die spätere Arbeit als Umweltpsychologe, Verkehrspsychologe, Schulpsychologe oder Führungscoach sind nur einige Beispiele. Falls Dich also die genannten psychologischen Theorien und Fragestellungen, sowie das wissenschaftliche Erforschen dieser Fragen interessieren und Dir die Auseinandersetzung mit psychologischen Konzepten und wissenschaftlichen Texten Spass macht, dann könnte ein Psychologiestudium genau das Richtige für Dich sein. Mit diesen Voraussetzungen wird Dir auch das Büffeln von Statistik nicht im Wege stehen.

Um Genaueres über die verschiedenen Universitäten zu erfahren, schau Dir doch folgenden Beitrag an: Univergleich.